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Multipod Studio & PopUp House.

Bereits im März 2016 haben wir unsere Leser vom französischen PopUp House-Hersteller "PopUp House" (Hersteller) bzw. "Multipod Studio" (Architekten) und dessen mobilen Wohnlösungen berichtet (hier geht's zu diesem Artikel). Der Hersteller wirbt mit einer Aufstellzeit von nur 4 Tagen und der Tatsache, dass dieses Haus über beste Wärmedämmung verfüge.

Auf Grund der immer größer werdenden Nachfrage nach derartigen Wohnlösungen wie dieser, haben wir uns für Sie die Fragen gestellt: "Kann der Laie dieses Haus selbst aufstellen?", "Sind die angeführten Kosten realistisch?" und "Funktioniert die präsentierte Wohnlösung auch für Österreich?".

Multipod Studio | www.popuo-house.com

Aufbau durch jedermann?

"PopUp House" ist keine Baufirma, die dieses Haus auch aufstellt. Sie verkaufen dieses Gebäudesystem inklusive Montageanleitung und Bauteile an den Fachmann, der das PopUp House dann baut.

Obwohl der Hersteller "PopUp House" damit wirbt, dass dieses Hausmodell "sehr einfach und rasch" aufzubauen ist, muss man unbedingt auch das Kleingedruckte lesen, denn das PopUp House wird von ausgewählten und qualifizierten Monteuren gebaut, die mit speziellen Werkzeugen ausgestattet sind. Diese Partner sind eine Qualitätsgarantie für die Projektdurchführung.

Möglich ist die endgültige Fertigstellung des Hauses durch den Bauherren um somit auch Kosten reduzieren zu können.

Das Konzept.

Das Konzept ist simpel wie genial: bauen Sie ein ganzes Gebäude (Boden, Wände, Decke) lediglich durch die Montage von Isolierblöcken getrennt durch Holzbretter.

Das PopUp House-Konzept besteht darin, den Dämmblock als Ziegel zu verwenden: Diese Innovation ermöglicht es, schnell passive und erschwingliche Häuser zu bauen.

Verwendete Materialien ...

  • ... für die Isolierung: Isolationsblöcke aus EPS (expandiertes Polystyrol)
  • ... für die Struktur: Laminat-Furnierholz
  • ... für Windbeständigkeit und Luftdichtheit: OSB-Platten

KOSTEN REALISTISCH?

Auf der Anbieterwebseite ist die Rede von 300 bis 360 Euro je Quadratmeter Grundflache für das Rahmengerüst. Ebenfalls enthalten sind passende Elektro- und Sanitärinstallationen. Das schlüsselfertige, mit professioneller Hilfe errichtete Gebäude soll zwischen 1.300 und 2.000 Euro ja Quadratmeter Grundfläche kosten, bei kompletter Eigenarbeit reduziert sich dieser Preis auf etwa 800 Euro.

Die angeführten Kosten sehen realistisch aus, sind jedoch mit zB. 2.000 Euro pro Quadratmeter schlüsselfertig nicht günstig. Das 130 m2 Modell kommt somit auf 260.000 Euro. Da bekommt man bei zahlreichen renommierten Fertighausherstellern einen größeren Wohntraum zum günstigeren Preis realisiert.

Derartige Preise hören sich auf den ersten Blick immer attraktiv und relativ niedrig an - überhaupt dann, wenn das Produkt noch dazu mit tollen Beispielfotos bebildert ist: dass dieses Bildmaterial stets die fixfertige "Luxusklasse" und darüber hinaus betrifft, sei hier erwähnt.

Wie auch im Fertighausbau gilt ein Aufschlag von 25 - 35 % der angeführten Kosten als realistisch, wenn man "etwas hübscher" und hochwertiger als mit dem angeführten und eingeplante Standard wohnen möchte.

Multipod Studio | www.popuo-house.com
Multipod Studio | www.popuo-house.com
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UMSETZUNG auch bei uns IN ÖSTERREICH denkbar?

Vorab ist zu erwähnen, dass in Österreich der Bereich "Pop-Up-House" noch in den Kinderschuhen steht. Es gibt bereits umgesetzte Projekte zu "Modulhäusern" und dergleichen, jedoch wird vollem erst in den kommenden Jahren mehr darüber zu berichten sein.

Auch die Erfahrungswerte (Haltbarkeit, Lebensqualität, ...) fehlen derzeit noch weitgehend. Auch haben wir keine Hinweise dazu gefunden, ob ein derartig vergleichbares Projekt ("Selberbauen in 4 Tagen") in Österreich oder Deutschland vorliegt.

Der angeführte französische Hersteller "PopUp House" liefert (derzeit noch) nicht nach Österreich. Selbst wenn dies der Fall wäre, wären die Anfahrtskosten für das Material unwirtschaftlich hoch.

Zum Thema "Umsetzung in Österreich" muss man sich vor allem die technischen Gegebenheiten genauer ansehen, denn Österreich verfügt - je nach Bundesland mit Abweichungen - über teils strenge Bauvorschriften. Rein baurechtlich wird dieses mobile Zuhause dennoch kaum auf Widerstand stoßen, solange die grundsätzlichen Bauvorschriften des Landes und der jeweiligen Gemeinde eingehalten werden.

Das Gebäudeskelett (inkl. Wände) ist zur Gänze aus Holz. Daran kann auch nichts ausgesetzt werden, denn dieser Naturholzstoff kommt auch bei unseren österreichischen Baufirmen vielseitig und bewährt zum Einsatz.

Ob die Holzwände auch schwere Hängeschränke (wie Küchenschränke mit Geschirr) und dergleichen tragen können, haben wir keine detaillierten Infos oder Erfahrungswerte gefunden.

Zur Dämmung: das Gebäudesystem von "PopUp House" bietet eine respektabel hohe thermische Wärmeleistung: die 30 cm Isolierblöcke ermöglichen es, dass die Struktur im Vergleich zu anderen Konstruktionen einen niedrigen Wärmeübergangskoeffizienten "U" aufweist. Es bedeutet, dass sehr wenig Wärme durch den Boden, Wände und Decke geht - von außen nach innen und umgekehrt. Fußböden, Wände und Decken bestehen aus dem gleichen Isoliermaterial. So wurden Wärmebrücken minimiert.

Was die angeführte Lebensdauer anbelangt, so hängt dies enorm von den verwendeten Materialien ab: Liegt diese bei Holz bei etwa 100 Jahren, so wird für die ebenfalls verwendeten EPS-Isolierblöcke die Lebensdauer mit jener von traditionellen Häusern (70 - 100 Jahre, je nach Wartung & Pflege) angegeben.

Mehr zu den verwendeten Materialien (EN)
Multipod Studio | www.popuo-house.com
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Witterung als Herausforderung.

Das mobile Haus des französischen Herstellers "PopUp House" ist ein Leichtgewicht und benötigt laut Anbieter nicht unbedingt ein Fundament, Stahlträger würden hier reichen. Da diese Angaben für den französischen Standort mit sehr hartem Boden gilt und nicht für Österreich, sei hier gleich mal vorweg erwähnt.

Bei uns muss schon alleine wegen der oft regnerischen Witterungsbedingungen und dem dadurch aufgeweichtem Boden ein Beton-Fundament erstellt werden.

Ebenfalls erwähnenswert ist das Thema Klimawandel mit den zunehmenden Stürmen und heftigen Winden, die ggf. ein (zusätzliches) Verankern des Hauses am Fundament notwendig macht. Somit ist auch eine ordentliche Statik Grundvoraussetzung für die Realisierung.

Multipod Studio | www.popuo-house.com

Strom & Sanitär.

Installationen für Elektrizität und Sanitär sind sehr simpel umgesetzt. Die Verwendung von Schienen und Schächten für die Innenausstattung bietet laut Hersteller genügend Platz für die Platzierung und Integrierung von Kanälen.

Zusätzlich lassen sich im Nachhinein ganz einfach mit heißen Drahtschneidern Rillen oder Löcher in die EPS-Blöcken hinzufügen, um weitere Installationsschächte zu platzieren.

Aufgestellt in nur 4 Tagen.

Hier zeigt das Profi-Team des Herstellers, wie einfach und schnell dieses PopUp House auf- und fertiggestellt ist.

Die Materialien für die Struktur werden am "PopUp House"-Standort in in Rousset, im Süden von Frankreich, hergestellt, und via LKW auf die jeweiligen Baustellen (in Frankreich) geliefert.

 

Fazit unserer Redaktion.

Dieses Mobile Haus ist eine absolut tolle Sache für alle jene, die auf überschaubaren Quadratmetern günstiger ein eigenes Haus das ihre nennen möchten. Ideal auch als Single-Zuhause, exklusives Gartenhaus, HomeOffice oder gar gewerbliche Geschäftsräume.

Da dieses Baumodell in Frankreich designed und umgesetzt wird, am besten einen Architekten oder Baumeister Ihres Vertrauens zu Rate ziehen und nach unserem Baurecht und -vorschriften von Anfang an alles richtig machen und keine unnötigen Zusatzkosten verursachen.

Mehr Infos unter

www.popup-house.com

Textquelle: Redaktion exclusive Bauen & Wohnen
Fotoquelle: Multipod Studio (Architekt) - PopUp House (Hersteler) | www.popup-house.com
Bildzuweisung via exclusive-bauen-wohnen.at

Multipod Studio & PopUp House.