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PopUp houses - modulares Bauen weiterhin im Trend.

07. November 2018

Bereits 2016 und 2017 haben wir unseren Lesern vom französischen PopUp Haus-Hersteller "PopUp House" samt Architektenteam "Multipod Studio" und dessen mobilen Wohnlösungen berichtet (hier geht's zu den Artikeln von März 2016 und März 2017). Der Hersteller wirbt mit einer überdurchschnittlich raschen Aufstellzeit und bester Wärmedämmung der Häuser.

Aufgrund der immer größer werdenden Nachfrage nach derartigen Wohnlösungen, haben wir uns für Sie die Fragen gestellt: "Wie unterscheiden sich PopUp Häuser von anderen Modulhäusern?""Wie mobil sind modulare Häuser wie beispielsweise PopUp Häuser?", "Wie wird die beworbene Klimafreundlichkeit erreicht?" und "Wie wird der beworbene 'rasche Aufbau' erreicht?".

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Loft Factory © Gerold Peham | www.loft-factory.at

Besonderheiten.

Die Idee des PopUp Houses ist klassisch der des modularen Bauens unterzuordnen und liegt seit einigen Jahren absolut im Trend der Baubranche.
Bei modularen Bauten handelt es sich um Häuser, die in vorgefertigten Modulen erworben werden können. Module bezeichnen dabei Teile des Bauwerkes aus vorgefertigten Bestandteilen, die nach dem Baukastenprinzip an ihrem Zielort zusammengesetzt und montiert werden – im Unterschied zu Häusern die direkt vor Ort hergestellt werden.

Modular und mobil.

Die Gemeinsamkeit dieser modularen Häuser liegt in den standardisierten Modulen, welche typischerweise um weitere Module ergänzt werden können. Die meisten Unternehmen bieten verschiedene Modelle, die sich üblicherweise in ihrer Art und Größe unterscheiden.
In Sachen Mobilität des Hauses gibt es jedoch Unterschiede. Je nach Anbieter reichen die Häuser von „in einem Stück transportierbar“ bis hin zu „nicht auf den Transport ausgelegt“. Dabei gibt es auch Anbieter, die zwar flexibel in der Auswahl der Module sind, sich aber klar von der Idee eines mobilen Hauses distanzieren wollen.

Loft Factory © Gerold Peham | www.loft-factory.at
bHOME | www.bhome.at

PopUp houses und modulare Bauten.

Erfinder und Produzent der PopUp Häuser ist die französische Firma PopUp House SA. In Österreich kann der PopUp Haus Bausatz auf Basis des französischen Konzeptes von bHOME – dem einzigen offiziellen PopUp House Partner in Österreich – erworben werden. Das „äußere Kleid“ stammt hierbei von PopUp Houses Frankreich, während das „Innenleben“ des Hauses von bHOME kommt.
Obwohl PopUp Häuser einzigartig – weil als geschützte Marke registriert – sind, ist die Idee des modularen Bauens keine komplett neue.

Modulare Hausformen finden sich beispielsweise auch unter den Begriffen: Würfel- oder Kubushäuser, Loft Cubes, Holzheime, Palettenhäuser ...
Auch manche Fertighäuser/Fertigteilhäuser in Leichtbauweise werden als modulare Häuser angeboten.

Pop-up dorms Aspern.

Obwohl der Name ähnlich klingt, handelt es sich bei den Pop-up Dorms in Aspern nicht um ein Projekt der patentierten PopUp Houses aus Frankreich. Der Name ist vielmehr in seiner Deutschen Übersetzung („to pop up“ – aufpoppen, [plötzlich] erscheinen) zu sehen und spielt auf die Mobilität der boxenartigen Häuser an. In den Sommerferien 2020 sollen die dorms von ihrem jetzigen Standort an unterschiedliche Plätze in Wien übersiedeln. Mitgenommen wird dabei alles ... also Häuser, Fundament, Müllraum, Bodenplatten für Zugangswege bis zu den Blumentrögen.

Mit Verschleißteilen bei der Übersiedlung der Gebäude wird natürlich gerechnet. Man geht von einem zeitlichen Aufwand von etwa 6 bis 8 Wochen aus, was auch ungefähr der Zeit für den Erstaufbau entspricht. Die Übersiedlung selbst benötigt den Profi und wird daher von einem Architekten geplant und von einem Generalunternehmer durchgeführt. Für Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse sowie die Vorbereitung des Untergrunds an den Ziel-Grundstücken und sonstige Formalitäten wird bereits im Vorfeld gesorgt.

Loft Cubes.

Anders sieht es bei den Loft Cubes des 2003 gegründeten, gleichnamigen Unternehmens aus. Die ersten Loft Cubes wurden vor mehr als 10 Jahren mit großem Aufsehen installiert. Einige der Häuser sind inzwischen mehrfach übersiedelt – so zum Beispiel auch das Loft Cube auf dem Dach des Universal Music Gebäudes in Berlin. Besonderheit hier ist, dass die Cubes jeweils im Ganzen (zum Beispiel mit Hilfe eines Hubschraubers, oder auch LKWs) übersiedelt werden. Die Hausprojekte des Unternehmens sind vielseitig und in zahlreichen Ländern Europas vorzufinden - so auch in Österreich (Loftfactory, Salzburg), wo man sich vor allem auf Nomadhomes spezialisiert hat.

Loft Factory © Gerold Peham | www.loft-factory.at
Multipod Studio | www.popup-house.com

DAS KLIMAFREUNDLICHE HAUS.

Ein Merkmal von Modulhäusern liegt in der hauptsächlichen Verwendung des Rohstoffs Holz. Wesentlicher Vorteil ist hierbei die nahezu vollkommene Recycelbarkeit der Häuser. Wärmedämmtechnisch werden die Häuser meist auf Passivhaus-Standard gebaut, was einen niedrigen CO2-Ausstoß genauso wie vergleichsweise niedrige Betriebskosten zur Folge hat. Zur Steigerung der Energieeffizienz werden darüber hinaus häufig auch Photovoltaikanlagen empfohlen.
Durch die Anlieferung des Rohbaus in Form eines Bausatzes und die Schnelligkeit im Aufbau des Hauses minimiert sich zudem der Abfall auf der Baustelle. Wenn dann auch noch der Transportweg der Bauteile so kurz wie möglich gehalten wird, profitieren nicht nur die örtliche Wirtschaft und etwaige Verkehrsteilnehmer, sondern minimiert sich auch hier der CO2-Ausstoß.

SCHNELLIGKEIT IM AUFBAU DES ROHBAUS.

Der vergleichsweise rasche Aufbau von Modulhäusern ist auf ihre typische Bauweise zurück zu führen. Im Vergleich zu Massivhäusern handelt es sich bei Modulhäusern meist um einen reinen Trockenbau – es sind daher keine Trocknungszeiten notwendig. Darüber hinaus trägt die Anlieferung des Rohbaus in Form eines Bausatzes wesentlich zur Schnelligkeit im Aufbau des Hauses bei. Die Realisierung eines schlüsselfertigen Hauses ist somit innerhalb weniger Monate möglich.

Laut Auskunft der Firma bHOME können 4 Personen ein ebenerdiges, 150 m2 großes PopUp Haus in nur 7 Werktagen aufbauen.

 

Das mobile Haus bewegt sich (nicht).

Wer sich aufgrund ihrer Mobilität für Modulhäuser interessiert, sollte sich vor dem Kauf intensiv mit den zahlreichen am Markt befindlichen Möglichkeiten beschäftigen und das Thema unbedingt bereits bei der Hausplanung ansprechen. Nicht jedes Unternehmen bietet Modulhäuser an, die für den Transport oder einen Ab- und Wiederaufbau geeignet sind.
Zwar werben die meisten Unternehmen mit der Flexibilität und Mobilität ihrer Häuser, es sind aber nicht alle Modulhäuser darauf ausgelegt, ihren Standort problemlos oder auch unzählig oft zu wechseln.

Bei PopUp Häusern ist beispielsweise der Aufwand für eine örtliche Veränderung aufgrund Ihrer Konstruktionsweise sehr hoch und nicht vorgesehen – Einzelteile müssten zerlegt und das Dach komplett erneuert werden.
Die ähnlich klingenden Pop-up dorms in Aspern sind dagegen auf maximal 5 Umzüge und eine Lebensdauer von 40 Jahre ausgelegt. Erfahrungsberichte, wie sich der mehrfache Auf- und Abbau konkret auf die Hauskonstruktion auswirkt, sind jedoch noch nicht vorhanden. Vergleichsweise können Loft Cubes im Ganzen an unterschiedliche Orte transportiert werden.

Fazit unserer Redaktion.

Modulhäuser sind ohne Frage eine nicht wegzudenkende Alternative zu klassischen Wohnbauten. Speziell in Ballungsgebieten, in denen der Wohnraum bekannterweise knapp ist, stellen modulare Bauten mit ihren überschaubaren Quadratmetern eine günstige und zukunftsträchtige Lösung dar. Ob als Single-Haus mit Wachstumspotenzial, exklusives Gartenhaus, HomeOffice oder gar gewerblicher Geschäftsraum - die Möglichkeiten sind vielfältig.

Das Modulhaus in seinen zahlreichen Formen ist in Österreich auf dem Vormarsch. Um jedoch von Anfang an alles richtig zu machen, empfiehlt sich, einen erfahrenen Architekten oder Baumeister zu Rate zu ziehen und eines der zahlreichen Musterhäuser zu besuchen. Hier können Sie beispielsweise auch auf Themen wie Schalldämmung, Wärmedemmung und empfohlene Unterbodenkonstruktion konkrete, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Antworten bekommen.

Mehr Infos unter

www.popup-house.com
www.bhome.at
www.loft-factory.at
www.home4students.at/popup-dorms-seestadt-aspern

Textquelle: Redaktion exclusive Bauen & Wohnen
Fotoquellen: siehe Fotocredits der einzelnen Bilder
Bildzuweisung via exclusive-bauen-wohnen.at

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